Internet Zensur

Internet ZensurAn Versuche, das Internetangebot zu zensieren, werden wir uns gewöhnen müssen. Politiker haben bemerkt, dass sich das Medium sehr gut zur freien Meinungsäusserung eignet. Und nichts ist Politikern mehr zuwider als freie Meinungsäusserung, solange sie sich nicht mit ihrer eigenen Meinung deckt. In Nordrhein-Westfahlen gibt es zur Zeit einen dreisten Fall von Zensur: Die Bezirksregierung in Düsseldorf verlangte von örtlichen Internetprovidern (ISP's) die Sperrung von vier amerikanischen Webseiten mit rechtsradikalem bzw. "gewaltverherrlichendem" Inhalt. In einer Art vorauseilendem Gehorsam entsprachen einige ISP's diesem Wunsch und "sperrten" die problematischen Seiten ohne auf einen gerichtlichen Bescheid zu warten.

Die "Sperrung" ist jedoch nur bedingt wirksam, da die Provider lediglich die Einträge in ihren Domainname-Servern (DNS) manipuliert haben. Wer an einen solchen zensierenden Provider angeschlossen ist, dem sei zumindest empfohlen einen anderen DNS zu benutzen um wieder ungefiltert surfen zu können.

Hier einige unmanipulierte DNS-Adressen:

194.246.96.49 (dns2.denic.de)
194.246.96.25 (dns3.denic.de)
194.25.2.131 (dns02.btx.dtag.de)

Der Chaos Computer Club hat eine detaillierte und bebilderte Anleitung zur Vorgehensweise beim DNS-Wechsel erstellt. Danke CCC!

13.11.02: Teilsieg gegen Website-Sperrung

China zensiert... China zensiert den gesamten Internetverkehr. Auch ausländische Nachrichtenseiten sind nur zum Teil erreichbar, auf unliebsame Berichte reagiert die chinesische Regierung mit quot;Strafmaßnahmen". So wurde der Zugang zur BBC gesperrt, nachdem die Webseite des britischen Nachrichtensenders kritisch über Chinas Politik gegenüber der Falun-Gong-Bewegung berichtet hatte. Die bekannte Suchmaschine Google ist von China nicht mehr erreichber, Anfragen zu dieser Domain werden an Tianwang Search, eine Suchmaschine der Universität Peking umgeleitet. Artikel in FutureZone

Software gegen Zensurmaßnahmen:

Ein Ausweg für chinesische (und nordrhein-westfälische) Internetnutzer dürfte Peek-a-booty bieten: Eine nach dem Peer-to-Peer-Prinzip arbeitende Software, soll den Austausch von verschlüsselten Dokumenten und so eine abhörsichere Kommunikation ermöglichen. Die Webseiten werden verschlüsselt, so dass die blockenden Server die Inhalte nicht kontrollieren können. Die Verschlüsselung wird als Defacto-Standard im E-Commerce Bereich eingesetzt. Die Abfrage der Webseiten sieht für die blockende Server aus, wie eine E-Business Vorgang, wie etwa Einkaufsvogänge über das Internet. Sind die Nutzer in der Lage Peek-a-booty Software einzusetzen, erhalten sie noch besseren Zugang zum Peek-a-booty Netzwerk. Das Peek-a-booty Netzwerk ist eine verteiltes Peer-to-Peer (P2P) Anwendung. Teilnehmer des Netzwerkes dienen als Einspeisepunkte zwischen dem frei zugänglichen Internet und Peek-a-booty spricht Nutzer an, die "global denken und lokal agieren". Jede Person mit ständigem Internetzugang kann als Peer für das verteilte Netzwerk wirken. Die Software läuft im Hintergrund, ohne die täglichen Routinearbeiten am Computer zu stören. Zusätzlich kann Peek-a-booty als Bildschirmschoner laufen, der den Netzstatus anzeigt sowie Informationen über Menschenrechte und Zensur. Da jeder Computer nur von wenigen anderen Computern "weiss", ist es nicht möglich, das gesamte Netzwerk auf die "Schwarze Liste" zu setzen. Es gibt keine zentralen Server deren Betrieb gestört oder deren Betreiber möglicherweise juristische Schritte angedroht werden könnten.

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