Teil 10: So agieren verantwortungsbewusste Eltern
Sie haben in den letzten 9 Teilen Unmengen an Informationen erhalten, um sich vor Gefahren im Internet schützen zu können. Da Anonym-Surfen.com auch von vielen Eltern gelesen wird, möchte ich mit Ihnen in diesem Teil einige grundlegenden Gedanken durchgehen, damit sich auch Ihre Kinder ohne Gefahr im Internet bewegen.
Es ist natürlich nicht möglich, das Thema “Sicherheit für Kinder” im Rahmen eines Kursteils ausführlich zu behandeln. Aber ich möchte Ihnen mit diesem Teil einen Einstieg in die Thematik geben.
Zwei grundlegende Fehler
Es gibt zwei grundlegende Fehler, die Eltern machen können:
- Ihr Kind nicht kontrollieren und frei entscheiden zu lassen.
Dass dies nicht funktioniert ist klar. Kinder brauchen eine gewisse Führung und einen vorgegebenen Rahmen, in dem sie sich entwickeln. Sie würden Ihr Kind ja auch nicht frei entscheiden lassen, wann es ins Bett geht und welche Horrorfilme es davor noch im Fernsehen anschaut. - Ihr Kind vom Internet fern halten.
Dies wird meist von Eltern bevorzugt, die selbst keine Erfahrungen mit dem Internet haben. Ich kann nur von dem Versuch abraten, Kinder vom Internet fern zu halten. Das Internet ist zentraler Bestandteil unserer Gesellschaft. Computer sind eine grundlegende Fertigkeit in nahezu jedem Beruf.
Wenn Ihr Kind heutzutage nicht mit dem Computer und dem Internet aufwachsen kann, verbauen Sie ihm damit eventuell spätere Berufs- und Karrierechancen.
Der Schlüssel liegt im richtigen Mittelweg.
Was verantwortungsbewusste Eltern tun sollten
Den ersten Schritt sind Sie mit diesem E-Mail-Kurs bereits gegangen:
Sie haben sich selbst weitergebildet und sind nun ein kompetenter Ansprechpartner für Ihre Kinder!
Einige Gefährdungen für Ihre Kinder haben wir bereits ausführlich behandelt:
- Spam-Mails: In Teil 3 und 4 haben wir intensiv die Handhabung von E-Mails behandelt. Dies sollten Sie Ihrem Kind erklären. Wie Sie wissen, ist es nicht auszuschließen, dass auch Ihr Kind einmal Spam-Mails erhält.
- Soziale Netzwerke: Je nach Alter Ihres Kindes spielen auch Soziale Netzwerke eine Rolle. Diskutieren Sie mit Ihren Kindern, warum es wichtig ist, die persönlichen Daten zu schützen. Erklären Sie ihnen, dass jeder Fremde Zugriff hat und welche Konsequenzen dies haben kann.
- Phishing: Klären Sie Ihre Kinder auch über die Gefahren auf, die wir in Teil 7 besprochen haben. Allerdings sind Ihre Kinder hier auf Ihre Hilfe angewiesen. Phishing ist für Kinder kaum zu erkennen.
Allerdings kommen auf Ihr Kind auch Gefährdungen zu, die wir in diesem E-Mail-Kurs nicht behandelt haben. Diese können z.B. sein:
- Kinderpronografie und Pädophilie: Sie haben Ihrem Kind sicherlich erklärt, dass es mit niemandem mitgehen soll, der ihm Schokolade anbietet. Ein ähnliches Muster gibt es auch im Internet. In Online-Chat-Rooms geben sich Erwachsene beispielsweise als Kinder aus, um Kontakt zu anderen Kindern zu finden.
- Internetsucht: Es gibt sowohl eine Internetsucht als auch eine Spielesucht. Im Gegensatz zu einer Alkohol- oder Zigarettenabhängigkeit fällt Internet- und Spielesucht in die Kategorie “Verhaltenssucht”.
Renommierte Spielehersteller bauen genau auf dieses Konzept und richten ihre Spiele danach aus: Durch geschickte Belohungssysteme und virtuelle Freundschaften erreichen Spieler mit überdurchschnittlichem Zeiteinsatz höhere Spielerfolg. - Pornografie: Es gibt einschlägige Internetseiten, auf denen pornografisches Material frei verfügbar ist. Lediglich ein Klick auf einen Link “Ich bestätige, dass ich über 18 bin” reicht hier aus, um Zugriff zu erhalten.
Diese Punkte sollten Sie zum Anlass nehmen und weiter recherchieren. Zwei Webseiten, auf denen Sie Informationen dazu finden, sind:
- http://www.internet-abc.de/eltern/
Die Webseite des Vereins Internet-ABC e.V. aus Düsseldorf. - https://www.klicksafe.de/
Klicksafe ist eine Initiative der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz.
Nicht ohne Schutzsoftware
Wenn Ihre Kinder Ihren Computer mitbenutzen, sollten Sie mindestens eine Internet Security Suite installiert haben. Auch wenn sich Ihr Kind verantwortungsbewusst im Internet verhält, kann etwas schief gehen. Zum Beispiel, weil ein befreundetes Kind sich einen Wurm einfängt, der sich automatisch an alle Freunde weiterversendet.
Ohne Schutzsoftware sollten selbst erfahrene Internetnutzer nicht im Internet surfen – und Kinder schon zweimal nicht.
Fazit
Ich möchte an dieser Stelle keine Wochenaufgabe vergeben. Ich finde, dass dieser Teil ein wichtiger Bestandteil des E-Mail-Kurses ist. Wie ich eingangs betonte, ist dieser Kursteil natürlich keineswegs ausreichend. Vielmehr kratze ich hier nur an der Oberfläche eines sehr komplexen Themas.
Nehmen Sie dies bitte zum Anlass, weiter in das Thema einzutauchen und Informationen zu sammeln.
Nächste Woche werde ich Ihnen zeigen, wie Sie Ihr WLAN absichern. Wußten Sie, dass Sie sich strafbar machen können, wenn jemand über Ihr WLAN Straftaten begeht? Das nennt sich dann “Störerhaftung”. Aber keine Sorge, kommende Woche zeige ich Ihnen im Detail, wie Sie Ihr WLAN in Fort Nox verwandeln.
Damit verabschiede ich mich für heute.
Ihnen alles Gute und bis in 7 Tagen!

Ihr Dennis Pietsch
Kamen Sie über einen Link von einem Freund? Dies ist ein Teil des kostenlosen E-Mail-Kurses von Anonym-Surfen.com. In dem E-Mail-Kurs lernen Sie als Teilnehmer, wie Sie sich sicherer im Internet bewegen. Erfahren Sie mehr darüber und melden Sie sich an.
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