Facebook-Spiel laut Verbraucherschutz gefährlich
Facebook bietet Programmierern die Möglichkeit Anwendungen zu entwickeln, die dann in Facebook integriert laufen. Diese Möglichkeit nutzen auch Spielehersteller, wie z.B. die des Spieles Farmville. Farmville wird zwischenzeitlich von 75 Millionen Spielern weltweit gespielt. Nun warnt der Verbraucherschutz davor.
Die amerikanische Firma Zynga startete das kostenlose Facebook-Spiel erst im Juni 2009. Jeder Mitspieler hat bei Farmville einen kleinen Bauernhof. Dort bestellt der Spieler die virtuellen Felder und kümmert sich um seine Hühner und Kühe. Die erzeugten Waren können dann auf einem virtuellen Markt an andere Spieler verkauft werden.
Diese Spiele, die innerhalb solcher sozialen Netzwerke laufen, werden unter dem Überbegriff Social Games zusammengefasst. Ebenso wie klassische kostenlose Browsergames laufen sie im Browser ab und erfordern keinen Download eines Spiel-Clients. Das Registrieren und Spielen ist, wie bei Browsergames üblich, kostenlos.
Die Hersteller verdienen ihr Geld durch kostenpflichtige Erweiterungen, die die Spieler z.B. über einen Paypal-Account oder über das Handy erwerben können. Diese Erweiterungen sind optional, machen das Spiel i.d.R. aber komfortabler oder verschaffen sogar kleinere Vorteile gegenüber der Mitspieler.
Kürzlich ging Zynga einen Schritt weiter und bot den Spielern diese kostenpflichtigen Erweiterungen an, wenn sie im Gegenzug Software oder Handy-Klingeltöne bei Werbepartnern kauften. Nachdem dieses Vorgehen von Kritikern angeprangert wurde, stoppte Zynga die Aktion.
Henry Krasemann vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein warnt nun vor einer weiteren Gefahr: Die Spiele haben Zugriff auf das gesamte Profil der Spieler. Selbst auf Informationen über Freunde und Fotos können sie zugreifen. Zur Datenschutzerklärung sagt Henry Krasemann “Die Datenschutzerklärung ist teilweise sehr vage und der Anbieter behält sich vor, so gut wie alles abzurufen“.
Zynga scheint seine Spieler regelmäßig zu überwachen und speichert Daten aus “Zeitungen, Blogs, Twitter, Zynga-Spielen und von anderen Zynga-Spielern“, wie Sie auf der Website des Unternehmens lesen können. Nach deutschem Recht ist das fragwürdig, wenn nicht gar unzulässig, sagt Henry Krasemann.
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