Einführung von Biometriepässen nicht überstürzen
07.06.2005 Am 2. Juni hat die Konferenz der Datenschutzbeauftragen von Bund und Ländern einen Entschluss über die "Einführung biometrischer Ausweisdokumente" gefasst.
Die Einführung dieser Ausweisdokumente ist für Herbst 2005 geplant.
Allerdings warnen die Datenschutzbeauftragten hiervor, da einige
unerlässliche Punkte in Sachen Sicherheit und Datenschutz noch offen
sind. Die Ausgabe dieser Pässe sollte erst erfolgen, wenn Fragen in
Bezug auf die strenge Zweckbindung der Daten geklärt sind, womit eine
Änderung des Passgesetzes einher gehen müsste.
Dr. Thilo
Weichert, der Vorsitzende dieser Konferenz, zeigt die Beweggründe für
diesen Entschluss auf. Nach seiner Aussage wäre die überstürzte Ausgabe
dieser Pässe, ohne dass ausführlich über die Möglichkeiten aber auch die
Risiken diskutiert wurde, ein Versuch an den Bürgern. Explizit wird
darauf hingewiesen, dass der Missbrauch der Biometriedaten verhindert
werden muss indem die Daten nicht zentral oder dezentral gespeichert
werden. Für die üblichen Kontrollen an Grenzen würde eine Speicherung
der Daten auf den jeweiligen Ausweisdokumenten genügen. In Anbetracht
dessen, dass die neuen Pässe auf internationaler Ebene eingesetzt
werden, müssen internationale Datenschutzstandards in Bezug auf
biometrische Grenzkontrollen garantiert werden.