McAfee warnt vor doppelter Bedrohung durch Mydoom.bc@MM und Mydoom.bd@MM

19.02.2005 AVERT (Antivirus and Vulnerability Emergency Response Team), das Virenforschungs-labor von McAfee (NYSE: MFE), stuft die beiden entdeckten Internet-Wurm-Varianten W32/Mydoom.bc@MM (auch Mydoom.bc) und W32/Mydoom.bd@MM (auch Mydoom.bd) als besonders gefährlich ein.

Bis jetzt konnte das AVERT seit gestern nachmittag Ortszeit (1pm Pacific time / 22.00 Uhr MEZ) eine Verdopplung der aufgetretenen Fälle pro Stunde nachweisen. Die meisten Reports wurden derzeit in den USA gemeldet. Beide Varianten des Wurms verbreiten sich über E-Mail und hängen eine Kopie von sich als Anhang an. Zusätzlich wird dann der Trojaner BackDoor-CEB.f runtergeladen und ausgeführt. Weiterhin werden auf dem infizierten Rechner verschiedene TCP-Ports geöffnet und Adressen durch Abfragen an gängige Suchmaschinen eingesammelt.

Charakteristika Mydoom.bc@MM und Mydoom.bd@MM


Beide neuen Varianten sind vorangegangenen Varianten sehr ähnlich und verfügt über folgende charakteristischen Elemente:

  • Mass-Mailer-Wurm, der E-Mails über eine eigene SMTP-Engine versendet
  • E-Mail-Adressen werden auf dem infizierten System gesucht, nach zusätzlichen Adressen sucht der Wurm über Suchmachinen im Internet.
  • Die Absender-Adresse der E-Mails ist gefälscht.
  • Download des BackDoor-CEB.f-Trojaners.

Der hauptsächliche Unterschied zwischen Mydoom.bc und Mydoom.bd ist die von den Urhebern des Virus programmierte Erscheinungsweise. Dadurch soll eine Entdeckung verhindert werden. Anwendern empfiehlt McAfee, äußerst vorsichtig mit Mails unbekannter Herkunft zu sein und elektronische Nachrichten mit folgendem Inhalt ungelesen zu löschen:

  • From: „Gefälschte Absender-Adresse“ – nicht in jedem Falle muss davon ausgegangen werden, das die Absenderadresse infiziert ist. Zusätzlich können falsche Alert-Messages eines Mailservers auftreten, die über eine vermeintliche Infizierung des Empfängers informieren wollen.
  • Die Absender-Adresse kann durch eine aufgelesene E-Mail-Adresse gefälscht sein. Zusätzlich gibt es Varianten, die als Rückläufer (Bounce) gestaltet sind und folgende Adressen nutzen:
  • mailer-daemon@(target_domain)
  • noreply@(target_domain)
  • postmaster@(target_domain)

Beim angezeigten Namen werden folgende Begriffe verwendet:

  • Postmaster
  • Mail Administrator
  • Automatic Email Delivery Software
  • Post Office
  • The Post Office
  • Bounced mail
  • Returned mail
  • MAILER-DAEMON
  • Mail Delivery Subsystem

Beim Subject werden folgende Begriffe verwendet:

  • hello
  • hi
  • error
  • status
  • test
  • report
  • delivery failed
  • Message could not be delivered
  • Mail System Error - Returned Mail
  • Delivery reports about your e-mail
  • Returned mail: see transcript for details
  • Returned mail: Data format error

Beim Message Body werden Inhalte aus unterschiedlichen Zeichenketten generiert . Die genaue Vorgehensweise sieht vor, dass nach Ausführung der infizierten Datei diese sich in das Hauptverzeichnis von Windows kopiert. Der Wurm selbst installiert sich dabei als JAVA.EXE im Windows-Verzeichnis. Dies sieht wie folgt aus:

  • C:\WINDOWS\JAVA.EXE

Weiterhin wird die Datei SERVICES.EXE in das gleiche Verzeichnis abgelegt:

  • C:\WINDOWS\SERVICES.EXE

Danach werden folgende Registry-Einträge beim Start erstellt:

  • HHKEY_LOCAL_MACHINE\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Run "JavaVM" = %WinDir%\JAVA.EXE
  • HKEY_LOCAL_MACHINE\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Run "Services" = %WinDir%\SERVICES.EXE
  • HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Daemon
  • HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Daemon

Mydoom.bb öffnet auf infizierten Systemen den Port TCP 1034. Über diesen Port kann der Wurm seine Befehle erhalten.