Buchrezension: Anonym im Netz

27.05.2010 19:32 Uhr

Ich erhielt Anfang März ein Rezensionsexemplar der zweiten Auflage von Jens Kubieziels „Anonym im Netz“. Leider kam ich nicht eher dazu, das Buch durchzuarbeiten und Ihnen hier vorzustellen.

Darum geht es

Das Buch erschien im Februar diesen Jahres und befasst sich, wie der Titel bereits verrät, mit Anonymität im Netz. Dabei geht es Jan Kubieziel vor allem um Möglichkeiten, Webseiten anonym zu besuchen und anonym E-Mails auszutauschen.

In Anonym im Netz werden Konzepte und Programme vorgestellt, die Ihnen das ermöglichen sollen. Dabei geht der Autor auf die einzelnen Programme im Detail ein und beschreibt zum Teil sogar deren Installationsvorgang. Um Namen zu nennen: Es geht vor allem um Anwendungen wie  TOR, JonDonym und Privoxy, Addons wie FoxyProxy, NoScript und AdBlock Plus und einige mehr.

Wie für Bücher des OpenPress-Verlags üblich, geht es dabei vor allem um OpenSource-Software. D.h. Sie können die Empfehlungen und Tipps des Buches umsetzen, ohne zusätzlich Software kaufen zu müssen.

Meine Meinung dazu

Aus chronischem Zeitmangel bin ich ein Freund von schlanken Büchern (mit nicht zu vielen Seiten), die schnell auf den Punkt kommen. Dass Anonym im Netz nur knapp über 200 Inhaltseiten aufweist, kam mir daher sehr entgegen.

Auch hält sich Jens Kubieziel nicht lange mit den Gründen für den Wunsch nach mehr Anonymität auf. Wer das Buch kauft, wird bereits seine Gründe haben.

Lediglich in einer kurzen Einleitung kämpft auch er gegen das Vorurteil an, dass der Wunsch nach mehr Anonymität im Internet illegalen Aktivitäten zu Grunde liegt. Zudem beleuchtet er einige rechtliche Aspekte zum Nutzen und Betreiben derartiger Programme.

Der Großteil des Buches besteht darin, die einzelnen Programme im Detail vorzustellen. Hierbei geht er auf die Probleme ein und erklärt, wie das jeweilige Programm das Problem lösen kann.

Die Anleitungen sind dabei oft zu detailliert. So finden Sie z.B. bebilderte Installationsanleitungen für Windows, Linux und den Mac zu einzelnen Anwendungen. Diese Anleitungen setzen kein Grundwissen voraus, während auf der anderen Seite bei einigen (wenigen) technischen Begriffen davon ausgegangen wird, dass sie bekannt sind.

Dafür macht er aber auch auf die Schwachpunkte der einzelnen Programme aufmerksam. Ein Punkt, der sonst oft unter den Tisch fällt, denn jede Lösung (ja, auch TOR!) hat Schwachpunkte und kann mit genügend Aufwand ausgehebelt werden. Ein Aspekt, dessen – auch wenn er unwahrscheinlich erscheint – sich Anwender bewusst sein sollten.

Mein Fazit

Die Zielgruppe hätte ich mir genauer bestimmt gewünscht. Entweder extrem einsteigerfreundlich, dann aber alle Begriffe und Grundlagen erklären, oder Grundlagen voraussetzen, dann aber ohne zu detallierte Installationsanleitungen.

Beim Anreißen von Themen der Kryptografie (Jens Kubieziel ist Bankkaufmann und studiert Mathematik) und den Grundlagen zu Proxy Servern trifft er hingegen ein gutes Maß. Er vermittelt alles Wichtige, ohne dabei zu sehr in eher unwichtige Details abzutriften.

Im Endeffekt erwartet Sie ein solides Buch, das Ihnen die bekanntesten Programme und Addons zum anonymen Surfen und anonymen Mailen erklärt und auch Gefahren und Schwachpunkte aufzeigt.

Nicht geeignet für: Wenn Sie ein Buch suchen, das Ihnen Hintergrundwissen und theoretische Ansätze und Konzepte vermittelt, ist Anonym im Netz nicht geeignet.

Geeignet für: Suchen Sie einen praktischen Ratgeber mit Tipps, die Sie schnell umsetzen können ohne sich mit tiefgehenden technischen Details beschäftigen zu müssen, kann ich Ihnen dieses Buch empfehlen.

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