CIA schnüffelt in Blogs und auf Twitter

23.10.2009 07:25 Uhr

CIA LogoDer US-Geheimdienst CIA will nun Blogs, Twitter-Updates und Kundenrezensionen bei Amazon mitlesen und analysieren.

Zukünftig will die CIA Portale wie Twitter, Flickr, Facebook, verschiedene Blogs und sogar die Kundenrezensionen von Amazon durchleuchten können. Dazu werden Crawler durchs Internet geschickt, die die Daten sammeln und in Datenbanken speichern – ähnlich der Funktionsweise einer Suchmaschine. Am Ende können diese Daten dann auf bestimmte Merkmale hin ausgewertet werden.

Die Technologie hierfür gibt es bereits. So ist das amerikanische Unternehmen Visible Technology seit mehreren Jahren in diesem Bereich aktiv. Unter anderem erhält es Aufträge von Konzernen, um Meinungen und Trends über deren Produkte zu analysieren. So zählen große Namen wie Dell und Microsoftzum Kundenstamm von Visible Technology. Für Microsoft wurde beispielsweise analysiert, wie die Stimmung der Netzgemeinde gegenüber Windows 7 ist.

Wired.com berichtet nun, dass sich das Unternehmen In-Q-Tel an Visible Technology beteiligt. In-Q-Tel wiederum ist ein Unternehmen, das von der CIA genutzt wird, um in andere Firmen zu investieren. Das Tätigkeitsfeld der In-Q-Tel übersetzt Spiegel Online mit „innovative technologische Lösungen identifizieren, adaptieren und zur Verfügung stellen“.

Die Daten, die die CIA somit zukünftig auswerten will, beziehen sich jedoch nicht nur auf den amerikanischen Markt. Zwölf Sprachen, neben Englisch, beherrscht die Software von Visible Technology bereits heute. Kommendes Jahr wollen Sie dennoch verstärkt in den Ausbau der Analysemöglichkeiten im Ausland investieren.

Der gläserne soziale Networker

Für Nutzer von sozialen Netzwerken, Blogs & Co sollte dies ein erneuter Warnschuss sein. Private Daten, die Sie im Internet veröffentlichen, können Sie nicht wieder restlos löschen. Selbst wenn Sie Ihr Profil bei dem jeweiligen Anbieter oder Ihren Blog löschen, wird es Firmen geben, die die Information weiterhin gespeichert haben -unter Umständen sogar die CIA.

Da die Profile meist öffentlich einsehbar sind, gibt es auch keine Möglichkeiten sich davor zu schützen. Es bleibt nur, sparsam mit persönlichen Daten umzugehen und genau abzuwägen, welche Informationen Sie wirklich über Ihre Identität preisgeben möchten.