Dateiendungen entmystifiziert

03.02.2010 12:42 Uhr

Dateiendungen sind ein sehr wichtiger Bestandteil beim Arbeiten mit dem Computer. Um Computerviren zu verbreiten, wird oft versucht die Unwissenheit der Anwender auszunutzen. In diesem Artikel werde ich Ihnen in nur 5 Minuten zeigen, was Dateiendungen sind, wie Sie sie erkennen und wie Sie sich Dateiendungen anzeigen lassen. Abschließend finden Sie die Bedeutung einiger häufig verwendeten Dateiendungen.

Wie erkenne ich die Dateiendung?

Die Dateiendung ist immer der Teil des Dateinamens, der nach dem letzten Punkt beginnt. Was denken Sie bei den folgenden 3 Dateinamen, was die Dateiendung ist?

  1. ebook.pdf
  2. sicherheitskopie.ebook.pdf
  3. textdatei.txt.exe

Lösung anzeigen

  1. pdf
  2. pdf
  3. exe

Sind Dateiendungen immer 3-stellig?

Das war nur in den Urzeiten von Windows so und hat sich vor langer Zeit geändert. Heute können Dateiendungen kürzer sein, wie z.B. .7z des Packprogramms 7-zip oder auch länger, wie z.B. .html.

Wofür sind Dateiendungen?

Dateiendungen sind wichtig, damit Windows weiß mit welchem Programm die Datei geöffnet werden soll. So wird die Dateiendung .txt üblicherweise mit einem Texteditor geöffnet, die Dateiendung .html mit einem Browser und die Dateiendung .exe wird ausgeführt.

Wie kann ich mir Dateiendungen anzeigen lassen?

Der Windows Explorer blendet die Dateiendungen aus, um unerfahrenen Benutzern die Bedienung zu erleichtern. Dieses Verhalten ist oft unerwünscht und wird von Kriminellen ausgenutzt.

Falls Sie sich Dateiendungen anzeigen lassen möchten, öffnen Sie den Windows Explorer und wählen Sie in der Menüleiste den Menüpunkt Extras und dann Ordneroptionen. In dem aufgehenden Dialog klicken Sie auf die Registerkarte Ansicht. In der Liste suchen Sie dann den Eintrag „Erweiterungen bei bekannten Dateitypen ausblenden„, wie Sie rechts im Screenshot sehen. Entfernen Sie hier den Haken und bestätigen Sie mit OK.

Wie nutzen Kriminelle dies aus?

Haben Sie Punkt 3 oben richtig erraten? Der Dateiname in Punkt 3 ist „textdatei.txt.exe„. Wie wir wissen, sind .exe-Dateien ausführbare Programme. Theoretisch kann eine .exe auch ein Programm sein, das einen Virus oder Wurm mit sich trägt.

Wenn Sie nun die Option „Erweiterungen bei bekannten Dateitypen ausblenden“ aktiv haben, blendet der Windows Explorer die Dateiendung .exe aus.

Von „textdatei.txt.exe“ wird nur noch „textdatei.txt“ angezeigt.

Und genau dies nutzen Kriminelle. Sie senden einen Virus der textdatei.txt.exe oder nacktfoto.jpg.exe heißt per E-Mail und hoffen, dass der Empfänger die Dateiendungen ausblendet. Somit wird nur der Dateiname angezeigt: textdatei.txt“ oder „nacktfoto.jpg„. Diese Dateinamen sehen harmlos aus und werden oft bedenkenlos angeklickt.

In dem Moment wird die .exe gestartet und die Schadroutinen infizieren das System.

Woher kommen Dateiendungen?

Jeder Programmier kann prinzipiell eigene Dateiendungen einführen. Es gibt kein oberstes Gremium, das Dateiendungen vergibt. Meistens orientiert sich die Dateiendung am Typ der Datei. Zum Beispiel:

  • .txt ist eine TeXT-Datei.
  • .doc ist ein DOCument.
  • .wav ist ein WAVe Sound-Datei.
  • .exe ist ein EXEcutable File, also eine ausführbare Datei.

Aber es gibt auch Dateiendungen die weniger einleuchtend sind. Sie sind meist Abkürzungen oder ähnliches. Hier einige Beispiele:

  • .pdf – Portable Document Format.
  • .rtf – Rich Text Format, ein Textformat mit Formatierung.
  • .pls – PLayliSt, eine Wiedergabeliste.
  • .flv – FLash Video.
  • .rar – Roshal ARchiv, ein Archivformat wie z.B. auch .zip.

Einige Dateiendungen sind richtig kreativ. Wer zum Beispiel OpenOffice als kostenlose Alternative zu Microsoft Office benutzt, kennt die Dateiendungen .odt, .ods und .odp. Sie stehen für:

  • .odt – OpenDocument Text, das Format für Textdokumente.
  • .ods – OpenDocument Spreadsheet, das Format für Tabellenkalkulation.
  • .odp – OpenDocument Presentation, das Format für Präsentationen.