Die 9 häufigsten Fehler im Umgang mit E-Mails

03.01.2010 11:14 Uhr
Häufige Fehler im Umgang mit E-Mails

Bild: Wikimedia

Der Umgang mit E-Mails ist auf den ersten Blick nicht schwer. E-Mail-Adressen sind seit Jahren an vielen Stellen kostenlos erhältlich und die zugehörigen E-Mail-Programme sind leicht bedienbar.

Aber gerade durch die Einfachheit und Beliebtheit der E-Mail, geht von Ihr auch ein hohes Risiko aus. Internetkriminelle nutzen E-Mails um Computerviren zu verteilen, Spam-Mails zu versenden und um Leser mit sog. Phishing-Methoden in die Falle zu locken.

So schützen Sie sich effektiv

  1. Öffnen von gefährlichen E-Mails. Wenn Sie E-Mails erhalten, bei denen Sie bereits am Absender und Betreff ahnen, dass es sich um eine Spam-Mail oder eine E-Mail handelt, die nicht seriös und vertrauenswürdig ist, sollten Sie diese erst gar nicht öffnen. Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl. Wenn Sie bei einer E-Mail ein ungutes Gefühl haben, löschen Sie sie sofort.
  2. Öffnen von Anhängen. Öffnen Sie keine Anhänge aus E-Mails, denen Sie nicht 100%-ig vertrauen. E-Mails sind heute eine der Hauptquellen zur Verbreitung von Viren und Würmern. Alleine das Öffnen des Anhangs kann Ihren Computer infizieren.
    Auch Anhänge, die aussehen, als wären Sie ein Bild oder eine einfache Textdatei, können gefährlich sein. Computerkriminelle nennen eine infizierten Dateien z.B. „deinfoto.jpg.exe“. Je nach Ordner-Einstellung wird Windows bekannte Dateiendungen (hier .exe) ausblenden. Somit sieht es für Sie aus, als hieße die Datei „deinfoto.jpg“. Während unbedarfte Internetnutzer annehmen, es handle sich um ein einfaches Bild, wird beim Anklicken eine Anwendung gestartet, die den Virus oder den Wurm in Ihr System verteilt.
  3. Anklicken von Links. Ähnliche wie beim Öffnen von Anhängen, kann auch das Anklicken eines Links ein Sicherheitsrisiko darstellen. So könnte die Zielseite Schadroutinen enthalten, die sich auf ein ungeschütztes System leicht übertragen können. Klicken Sie deshalb nur Links in E-Mails an, wenn Sie dem Sender der E-Mail trauen.
  4. E-Mail-Adresse leichtfertig herausgeben. Oft ist es der Internetnutzer selbst, der sich in Gefahr bringt. Ein Grund ist zum Beispiel, dass manche Internetnutzer Ihre E-Mail-Adresse sorglos auf Webseiten angeben.
    Hierbei ist es dann nur eine Frage der Zeit, bis die E-Mail-Adresse in einer Datenbank eines professionellen Spammers landet.
  5. Antworten auf dubiose Mails. Wenn Sie erstmal in einer Datenbank von Spammern eingetragen sind, werden Sie immer wieder dubiose E-Mails erhalten. Manche lassen sich nicht auf den ersten Blick als Spam einstufen. Auch hier gilt: Gehen Sie mit gesundem Menschenverstand und Bauchgefühl an die Sache heran.
    Beispiel I: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie von einer nigerianischen Investmentgesellschaft angeschrieben werden, in die Sie jetzt investieren können?
    Beispiel II: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie eine Abmahnung oder ein Strafverfahren per E-Mail in schlechtem Deutsch erhalten?
  6. Vertrauen in den Absender. Der Absender, den Ihnen Ihr E-Mail-Programm anzeigt, muss nicht zwangsläufig der echte Absender sein. Es ist technisch keine sonderlich große Herausforderung, den Absender einer E-Mail zu fälschen. Wenn Ihnen also Ihr Arbeitskollege auf einmal seltsame E-Mails schreibt, sollten Sie hellhörig und vorsichtig werden!
    In Teil 1 des Kurses haben Sie auch gelernt, wie sich Würmer verbreiten. Sie senden sich selbstständig per E-Mail an alle E-Mail-Kontakte aus dem Adressbuch. Das heißt, dass ein Wurm, der sich im Computer Ihres Arbeitskollegen eingenistet hat, sich von dort aus an Sie weiter verschicken wird. In dem Fall ist der Absender der E-Mail zwar nicht gefälscht (die E-Mail kommt tatsächlich von dieser Adresse), aber Ihr Arbeitskollege weiß dennoch nichts davon.
  7. An alle schreiben. Kennen Sie das, wenn Sie ein lustiges Video oder einen lustigen Link von einem Freund erhalten? Vielleicht versenden Sie sogar selbst solche E-Mails? Da spricht prinzipiell auch nichts dagegen.
    Eine absolute Unsitte ist es jedoch, alle Empfänger in das „An“ oder „CC“-Feld des E-Mail-Programms zu kopieren. Dadurch sieht jeder Empfänger alle E-Mail-Adressen, die diese E-Mail ebenfalls erhalten haben.
    Nutzen Sie hierfür das Feld „BCC“ und lassen Sie Ihre Bekannte und Freunde selbst entscheiden, wer seine E-Mail-Adresse veröffentlichen möchte.
  8. Kein Antivirus-Programm. Manchmal hilft es auch nichts mehr, dass Sie all diese Kniffe kennen. Einige Spam-Mails sind so gut, dass selbst Experten Schwierigkeiten haben, sie zweifelsfrei als diese zu erkennen.
    Sorgen Sie deshalb dafür, dass ein Antivirus-Programm auf Ihrem Computer aktiv ist. Im Notfall besteht so die Chance, dass dieses Programm Sie vor einen schädlichen Anhang oder einer gefährlichen Webseite warnt.
  9. Kettenbriefe weiterleiten. Kettenbriefe sind heute glücklicherweise weit weniger angesagt, als dies vor einigen Jahren noch der Fall war. So gab es Kettenbriefe ohne böswillige Hintergedanken. Sie forderten den Empfänger auf, die E-Mail an 10 Leute weiterzuleiten oder mit 7 Jahre schlechtem … Schokopudding bestraft zu werden.
    Dieses Konzept wurde schnell aufgeschnappt und missbraucht. So gab es Kettenmails, die nur dazu dienten E-Mail-Adressen einzusammeln oder Schleichwerbung an möglichst viele Empfänger verteilen zu können.

Sind Ihnen alle 9 Punkte immer bewusst? Hinterlassen Sie mir einen Kommentar, welche Punkte Sie bisher nicht beachtet haben oder welche weiteren Maßnahmen Sie zu Ihrer Sicherheit treffen!

3 Kommentare

  • Thomas schreibt:

    10. Keine HTML-E-Mails versenden und das E-Mail-Programm so einstellen, dass es nur Text anzeigt.

  • Schumacher schreibt:

    Anhang mit .exe als Endung habe ich bisher nicht beachtet.
    Ich werde darauf in Zukunft achten und das Windows den .exe-Anhang nicht ausblendet.
    In meinen E-Mails an mehrere Adressen habe ich schon seit langer Zeit den Zusatz
    -bei Verteiler-Mails wurde zu Ihrer Sicherheit Ihre E-Mail-Adresse unterdrückt-
    und versende immer schon unter BCC

  • Wolfgang schreibt:

    Finde den Hinweis das „An“oder „CC“ Feld zu meiden und bei mehreren Empfängern das „BCC“ Feld zu verwenden als sehr hilfreich,habe das Risiko bis dato nicht richtig eingeschätzt!
    Bitte mir auch mitzuteilen inwieweit Gefahr besteht,falls beim Einloggen immer wieder rot unterlegte Informationen erscheinen über(leider zahlreiche)fehlgeschlagene Logins?