Die Schattenseite des Facebook-Gründers

04.06.2010 19:51 Uhr6 Kommentare

Über den Facebook-Gründer Mark Zuckerberg kursierten in den letzten Jahren einige Geschichten, die ihn in keinem guten Licht erscheinen lassen. Vor wenigen Wochen wurde z.B. bekannt, dass Mark Zuckerberg seine ersten paar Tausend Mitglieder als „dumb fucks“ (dumb = dumm) bezeichnete.

Mark Zuckerberg startete den Vorreiter von Facebook.com 2004, während seines Studiums in Harvard. Es sollte anfangs eine Plattform werden, in der sich Studenten austauschen konnten und wurde sofort ein beliebtes Instrument bei seiner Zielgruppe. Heute ist Facebook etwas größer und zählt über 400 Millionen Mitglieder weltweit.

Kurz nach der Veröffentlichung der Plattform im Jahr 2004 wurden erste Vorwürfe von Diebstahl und Betrug gegen Zuckerberg vorgetragen. Einige der Vorwürfe ziehen sich in einem Rechtstreit noch bis heute. Primär geht es um die folgenden beiden Punkte:

  1. Diebstahl: Marc Zuckerberg soll sich ähnlichen Projekten seiner Mitstudenten als freiwilliger Helfer angeschlossen haben. Das Vertrauen und den Zugang zum Projekt verwendete er, um die Ideen und den Quellcode der Projekte für sich nutzen zu können. Laut Vorwürfen basierten große Teile von Facebook auf dem Quellcode anderer, den sich Zuckerberg illegal erschlichen hat.
  2. Betrug: In einem vergangenen Artikel über Passwortsicherheit wies ich Sie darauf hin, dass Sie niemals das Passwort für Ihren E-Mail-Account auch für andere Webseiten nutzen sollten. Laut Vorwürfen machte sich Zuckerberg nämlich genau dies zu Nutze: Er nahm das Passwort, mit dem sich die Mitglieder bei seiner Plattform registrierten und versuchte sich damit Zugang bei deren E-Mail-Konten zu verschaffen. Da einige Mitglieder bei seiner Plattform das gleiche Passwort verwendeten wie bei ihrem E-Mail-Konto, konnte Zuckerberg heimlich die E-Mails einiger Mitglieder mitlesen.

Im Rahmen der rechtlichen Schritte seiner damaligen „Projektpartner“ wurde 2007 auch seine alte Festplatte von Harvard inspiziert. Die Ergebnisse wurden bisher nicht veröffentlicht.

Amerikanische Magazine, wie der Business Insider, versuchten seit bereits 2 Jahren an neue Informationen heranzukommen. Letztendlich gelang es dem Business Insider im März 2010, auch wenn Zuckerberg das gefundene Material nicht als Wahr bestätigt hat.

Die Vorläufe zu Facebook

Aus den sichergestellten E-Mails und Chat-Nachrichten konnte der Business Insider einen zeitlichen Verlauf rekonstruieren:

  • Im November 2003 schloß Zuckerberg sich einer Gruppe Harvard-Studenten an, die ein soziales Netzwerk entwickeln wollten. Dieses Netzwerk sollte erst Harvard-intern genutzt und später auf umliegende Universitäten ausgeweitet werden.
  • Nach den ersten Diskussionen und einem Ideen-Austausch gab er sich euphorisch und begann mit den ersten Implementierungen. Am 1. Dezember 2003 schrieb er noch eine E-Mail an die Projektmiglieder, dass alles gut liefe und es nicht nach viel Aufwand aussehe.
  • Nur wenige Tage später begann er seine Gruppe immer wieder zu vertrösten. Er komme zeitlich nicht dazu, aktuell weiter an dem Projekt zu arbeiten.
  • Bis Januar 2004 meldete er sich sporadisch bei den Projektmitgliedern, um sie zu vertrösten.

In einer Kurznachricht, die Zuckerberg am 7. Dezember 2003 an seinen Klassenkameraden (und ersten Investor) Eduardo schrieb, machte er sich über die Projektgruppe lustig. Eduardo teilte er mit, die Gruppe plane eine Dating-Seite für Harvard, habe dabei aber einen großen Fehler gemacht:

„Sie fragten mich, die Seite für sie zu programmieren. Nun werde ich sie hinhalten, damit es auf keinen Fall fertig wird, bevor das Facebook-Ding rauskommt.“

Das Facebook-Ding

Kurze Zeit später fand eine Chat-Sitzung mit einem weiteren Freund statt. In dieser Sitzung suchte Zuckerberg Rat, ob die Datingplattform seiner „Projektpartner“ seinem Facebook-Ding eher schaden oder helfen würde. Er entschied sich für:

„I’m going to fuck them.“

Gesagt, getan (nicht wörtlich)! Er hielt seine „Projektpartner“ hin, bis er seine Plattform TheFacebook.com am 04. Februar 2004 für alle Harvard-Studenten zugänglich machen konnte. Die Dating-Plattform, ConnectU, startete weit verspätet im Mai 2004.

Aber bereits am 10. Februar erhielt Zuckerberg die Vorwürfe des Diebstahls per E-Mail.

They trust me – dumb fucks

Die Geschichte des Vertrauensmißbrauchs endete aber nicht bei seinen vermeintlichen Projektpartnern. Vor wenigen Tagen wurde eine erneute Chat-Sitzung veröffentlicht, in der Zuckerberg die Daten tausender Mitglieder einem Freund anbietet. Dies war 2004:

Zuck: Yeah so if you ever need info about anyone at Harvard
Zuck: Just ask.
Zuck: I have over 4,000 emails, pictures, addresses, SNS
[Redacted Friend’s Name]: What? How’d you manage that one?
Zuck: People just submitted it.
Zuck: I don’t know why.
Zuck: They „trust me“
Zuck: Dumb fucks

Auch wenn Zuckerberg mit Facebook eine bemerkenswerte Karriere hinlegte, indem er das Projekt von einem Studententreff zu einem weltumspannenden Netzwerk ausgebaut hat, stimmt die Seite bedenklich. Denn Facebook steht nahezu permanent in der Kritik von Datenschützern. Die Geschichte rund um die Gründung des Netzwerks macht es nicht besser.

Hier gibt es übrigens eine Anleitung, wie Sie Ihren Facebook-Account löschen. 😉

Bild von Mark Zuckerberg: deneyterrio cc-by.

6 Kommentare

  • sorr schreibt:

    ich finde das Facebook schøn sein kann zum Chatten. 🙂
    Allerdings ist es nicht so gut das wenn man seinem braucher løschen wil das er eigendlich nich ganz geløcht wird und dann andere zum Beispiel das Bild enderen fom deinen braucher:(

  • Wintergerst schreibt:

    Nett geschriebener Text jedoch ALLES nur vermutung wer selbst programmiert weiß das programmcode abschnitte oft fast wenn nicht sogar total identisch sind . Diese klagen sind hass/zornausbrüche von wohlhabenden bengeln die nicht „verlieren“ können!

    Bill Gates war auch nicht der einzige mit der idee eines Betriebssystems nur hatte er das glück nicht solche verzogenen jugendliche um sich zu haben .

    Und ich frage mich und alle anderes die diesen „Text“ lesen : Wie würden SIE auf eine solche anschuldigung reagieren !

  • Richie schreibt:

    Ich denke auch, dass es alles nur vermutungen sind. Und wenn man das Briefgeheimnis nicht bei dem „Fall Zuckerberg“ aufgelöst hätte, hätte man ja garnicht mitbekommen, dass er das Briefgeheimnis nicht eingehalten hat.
    Außerdem dürfen auch unsere Meldeämter Daten verkaufen. So viel zu Datenschutz. Jder kommt also an deine Daten, auch wenn du nicht bei Facebook bist.
    Andererseits hat keiner eine Weiße Weste. Und ich denke, dass man Mark Zuckerberg erst einmal so etwas nachmachen sollte, bevor man sich über seine Arbeit auslässt…
    MfG

  • Peter schreibt:

    Schön wieder mal zu sehen wie Facvebook Fanboys Ihre Plattform verteidigen.
    Dass dabei jeden Monat mindestens eine Negativ-Schlagzeile mit peinlichen Pannen, wie z.B. im Internet veröffentlichte Mitglieder Profile samt Daten, oder auch Einsehen von mailadressen von nicht-Mitgliedern, welche mit Facebook Memebern nur in Kontakt waren öffentlich einsehbar sind , ständig publiziert wird scheint Euch ja Gott sei Dank nicht zu interessieren.

    Schade dass manche einfach nicht fähig sind über den Tellerrand hinaus zu blicken, sondern Ihre ach so tolle Seite immer nur gedankenlos verteidigen – FANBOYGEQUATSCHE einfach

    MfG Peter

  • Name is' nich! schreibt:

    Was bitte ist Facebook? 😀
    Mein Netzwerkfilter ist so gepolt, dass weder ich noch Facebook voneinander mitbekommen.

  • fritzthedog schreibt:

    @Name is‘ nich! :

    Wie macht man das? Wäre schön, wenn Du Dein Wissen teilen würdest.
    Danke vorab.

    cooli