Gefälschte Medikamente gegen Schweinegrippe

18.11.2009 08:29 Uhr

Gefälschte MedikamenteBekanntlich schrecken Internetkriminelle und Abzocker vor fast nichts zurück. Besonders Anlässe, die Menschen in Panik versetzen oder eine starke Medienpräsenz haben, sind sehr beliebt.

Ein gutes Beispiel hierfür ist Scareware. Scareware täuscht Virenbefunde vor und setzt darauf, dass der Internetanwender in Panik verfällt und eine vermeintliche Vollversion der Scareware kauft.

In einer Studie hat der Sicherheitsexperte Sophos nun einen weiteren Trend unter die Lupe genommen: gefälschte Medikamente gegen die Schweinegrippe.

So machen russische Hacker knapp 6 Millionen Dollar im Jahr mit gefälschten Medikamenten wie Tamiflu. Der Vertrieb wird über organisierte Netzwerke gesteuert, die mit ihren Webseiten gerne als z.B. „Canadian Pharmacy“ auftreten um das Vertrauen der Nutzer zu gewinnen. Erschreckend dabei: Deutschland ist einer der Hauptabnehmer. Die Top 5 Abnehmerländer sind laut Sophos:

  1. Vereinigte Staaten
  2. Deutschland
  3. Großbritannien
  4. Kanada
  5. Frankreich

Mit etwas Glück sind die so vertriebenen Medikamente wirkungslos. Im schlimmsten Fall können sie jedoch auch gesundheitsschädliche Substanzen enthalten.

Ein weiteres Problem ist, dass diese kriminellen Netzwerke nach einer Bestellung Ihre persönliche Daten besitzen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden die Internetkriminelle Ihre Adresse und Kontoinformationen / Kreditkartennummern weiter verkaufen oder sogar illegale Abbuchungen und Bestellungen mit Ihren Daten durchführen.

Der einzige wirksame Schutz davor ist, dass Sie Ihren Hausarzt aufsuchen und Ihre Medikamente ganz normal in einer Apotheke kaufen. Alternativ sollten Sie Medikamente nur in empfohlenen Online-Shops kaufen.

Wichtig: Folgen Sie keinen Links aus E-Mails zu Medikamenten-Shops – selbst wenn Ihnen der Shop bekannt vor kommt. Geben Sie die Adresse immer manuell in den Browser ein!