Gefälschte Rechnungen per E-Mail

15.01.2010 08:13 Uhr

Internet-Abzocke ist auf Anonym-Surfen.com in den letzten Monaten verstärkt zum Thema geworden. Die Betrüger werden zunehmend dreister und haben jegliches Gefühl für Moral und Anstand verloren. Sie versuchen mit gefälschten Online-Shops Leute per Vorkasse abzuzocken und panische Zahlungen wegen angeblicher Urheberrechtsabmahnung zu erwirken.

Selbst vor der Verbreitung gefälschter Medikamente schrecken sie nicht zurück.

Gefälschte Rechnungen per E-Mail

Am 28.12.2009 wendete sich Konrad S. an mich, der kurz vor Weihnachten eine Zahlungsaufforderung per E-Mail erhielt. Die E-Mail von der Content Services Ltd. forderte 96,00 Euro Gebühren für einen 12-Monatszugang zu einer Download-Seite. Diesen Zugang hatte Konrad S. jedoch niemals angefordert.

In der E-Mail finden sich Rechnungsnummer, Briefkopf, Telefon und Faxnummer, Handelsregistereintrag, Kontonummer und alle Details, die eine ordentliche Rechnung ausmachen. Damit Sie sich selbst ein Bild davon machen können, wie „ordentlich“ so eine E-Mail aussieht, habe ich Ihnen die Abzocker-Rechnung online gestellt.

Auffällig ist, dass die E-Mail an Herrn Reiner Franz aus Berlin adressiert ist. Konrad S. hat diesen Namen noch nie gehört und ist auch nicht in Berlin wohnhaft. Offensichtlich senden die Abzocker der Content Services Ltd. diese Rechnungen ohne jeglichen Personenbezug an beliebige E-Mail-Adressen.

Das in der E-Mail angegebene Geburtsdatum, die IP-Adresse und der Provider dienen nur dazu, Sie als Empfänger in Panik zu versetzen. Konrad S. nutzt nicht diesen Provider, das Geburtsdatum ist weit daneben und die IP-Adresse kann er ebenfalls nicht zugeteilt bekommen haben.

Bevor sich Konrad S. an mich wandte, versuchte er den Rechnungsversender zu kontaktieren. In der angeblichen Rechnung war ein Link zu einer Webseite mit einem Kontaktformular. In diesem Kontaktformular musste er seine Kundennumer und E-Mail-Adresse eingeben (höchst fragwürdig – ich rate Ihnen von so etwas ab!).

Als Antwort auf sein Kontaktversuch über das „Support Online Center“ der Content Services Ltd. erhielt er eine automatische Antwort-E-Mail:

„Ihre E-Mail konnte nicht zugestellt werden.“

Das ist wenig überraschend. Die Abzocker kassieren nur leichte Opfer ab – sprich die, die direkt zahlen. Sie wollen sich natürlich nicht mit irgendjemandem auseinandersetzen.

Als Ausgleich für die fehlende Antwort bekam Konrad S. aber wenige Tage später eine Mahnung. Er reagierte darauf nicht und hat seitdem Ruhe.

Weitere Quellen und Informationen

Der einzige Schutz gegen diese Art der Abzocke ist, dass Sie darüber Bescheid wissen. Deshalb widmet sich auch ein kompletter Kursteil des E-Mail-Kurses „Internet Sicherheit“ ausschließlich diesem Thema. Zum Anderen berichten viele Blogs über Abzocke im Internet, bei denen Sie sich ebenfalls informieren können. Hier einige lesenswerte Artikel für Sie:

  • Die Content Services Ltd. ist schon seit Jahren eine große Nummer, wenn es um Abzocke geht. RA Sebastian Dosch warnte in seinem Blog schon des Öfteren vor dieser Firma und ihrer Masche.
  • Auch bei Rechnungen sogenannter Communities zu Fabrikverkäufen sollten Sie vorsichtig sein. Hier finden Sie eine gute Zusammenfassung der Abzocke mit Outlets.
  • Ein weiterer von Rechtsanwälten betriebener Blog rät Ihnen ebenfalls dazu, nicht zu zahlen und nicht weiter auf die Rechnungen der Content Services Ltd. einzugehen.
  • In diesem Blog finden Sie ebenfalls eine sehr gute Auflistung der Abofallen, die die Content Services Ltd betreibt.