Google schnüffelte in offenen WLANs

15.05.2010 10:59 Uhr

Der US-Suchmaschinenkonzern Google gab nun zu, dass er private WLAN-Netwerke, die nicht verschlüsselt waren, belauscht hat. Noch Ende April hatte Google die Vorwürfe verneint.

Bei Google Streetview, ein Dienst mit dem Google Bilder von Straßenzügen und Häuserfassaden im Internet verfügbar macht, schickt Google speziell ausgerüstete Fahrzeuge durch die Straßen. Die Fahrzeuge sind u.a. mit Kameras ausgestattet und nehmen die Bilder für das Internet auf.

Bekannt war bereits, dass Google bei der Gelegenheit auch die MAC-Adressen und SSIDs (Netzwerkname) der umliegenden WLAN-Netzwerke scannt und speichert. Für mobile Anwendungen, die z.B. Hotels oder Restaurants in der Umgebung vorschlagen, können diese Informationen zu Kostenersparnissen führen. Eine GPS-Ortsbestimmung ist schließlich teurer, als würden einfach die SSIDs und MAC-Adressen der Umgebung analysiert.

In einem Blogeintrag von April, verneint Google im firmeneigenen Blog die Vorwürfe, dass dabei auch Nutzdaten aufgezeichnet werden – also die versendeten und empfangenen Daten der einzelnen WLANs. Gestern kam nun das Update, in dem Google einräumt, die Daten doch gespeichert zu haben.

Nur aus Versehen gespeichert

2006 arbeitete ein Google-Entwickler an einem experimentellen WiFi Projekt und versah dies mit einer Funktion, die alle Daten sammelte, die öffentlich über WLAN-Netzwerke gesendet werden. Als die Arbeiten zu Google Streetview begannen, nutzten die Verantwortlichen den experimentellen Code. Dass dabei die wissbegierige Funktion ebenfalls implementiert wurde, war ein Versehen und nicht die Intention der Projektleiter – sagt Google.

Dass es zu diesem Statement kam, hat einen einfachen Grund: Der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz drängte darauf, die gesammelten Daten einsehen zu dürfen. Google wollte, nach eigenen Angaben, diese Einsicht gewähren, die Daten vorher jedoch nochmal selbst überprüfen. Dabei fiel den Google-Verantwortlichen auf, dass nun doch die Nutzdaten der WLANs gespeichert wurden.

Google hat sich dafür offiziell entschuldigt und zugesichert, die Daten zu löschen.

Hinweis: Diese Woche hat das BGH ein Urteil gefällt, dass Abmahnungen an Betreiber unverschlüsselter WLANs zulässt. Nehmen Sie Ihre WLAN Sicherheit ernst, um unerlaubte Datenschnüfflereien und rechtliche Schwierigkeiten zu vermeiden!

Quelle: Golem.de, danke!