Google Streetview für Dummies

26.02.2010 08:07 Uhr4 Kommentare

In den letzten Wochen ist Google Streetview immer wieder ein Thema. Datenschützer, Verbraucherschützer und selbst das Justizministerium lehnen sich gegen Googles Datenschutzpolitik auf. Doch was steckt wirklich dahinter?

Was ist Google Streetview?

Google Streetview ist eine Erweiterung zu Google Maps. Durch diese Erweiterung können Sie sich in einer Gegend auf Straßenebene umgucken. Warum Sie das tun wollen?

  • Vielleicht wollen Sie eine Immobilie kaufen oder anmieten. Bevor Sie den Erstkontakt zum Besitzer suchen, können Sie sich mit Google Streetview in Ruhe die Gegend ansehen.
  • Vielleicht suchen Sie ein Hotel und wollen sehen, ob es schöne Parkplätze in der Nähe gibt.
  • Vielleicht suchen Sie aber auch einen Frisör und wollen sichergehen, dass Sie nicht in einem Schaufenster an der Hauptstraße sitzen werden.

Gründe für die Nutzung kann es viele geben. Im Umkehrschluss werden oft Nachteile angeführt, wie z.B.:

  • Dass Menschen z.B. bei der Kreditvergabe benachteiligt werden, wenn die Nachbarhäuser oder gar das eigene Haus nicht ganz frisch aussieht.
  • Dass Vermieter/Arbeitgeber etc. die bisherige Wohngegend im Internet begutachten können und bei der Bewerberauswahl mit einbeziehen.

In meinen Augen ist das nunmal das, was Technologie mit sich bringt: Informationen werden leichter und schneller beschaffbar. Dass Kredite verweigert werden, weil der Antragsteller aus einer schlechten Gegend kommt, gibt es schon seit eh und je. Dazu brauchen die Banken und Arbeitgeber kein Google Streetview.

Aber das wahre Problem liegt ohnehin woanders.

Verstößt Google Streetview gegen den Datenschutz?

Das, was die Gegner am meisten an Google Streetview stört ist, dass auch Menschen und Autokennzeichen zu erkennen sind. Für die Aufnahmen sendet Google speziell präparierte Autos durch die Straßen, die den IST-Zustand filmen.

Gesichter und Autokennzeichen werden danach automatisch von Google unkenntlich gemacht. Das reicht jedoch nicht in jedem Fall. Die Kameras sind in einer Höhe von 2,50 Meter angebracht und gewähren somit Einblick in Gärten, die normalerweise durch einen Zaun geschützt sind.

So wurde jüngst ein Finne fotografiert, der ohne Hose in seinem Garten saß. Dass sein Gesicht unkenntlich gemacht wurde, half ihm dabei herzlich wenig. Er klagte.

Aber auch Zustimmung aus Deutschland

In Deutschland findet Google  aber auch Zustimmungen. Hans-Peter Uhl (CSU) sagte in einem Zeitungsinterview: „Das ist nichts anderes als der Versuch, eine legale Dienstleistung durch die Hintertür zu verbieten„.

Nun kam der Rechtsinformatiker Nikolaus Fargó der Universität Hannover in einem Gutachten zu einem ähnlichen Schluss: Es handle sich um Sachdaten, nicht um personenbezogene Daten. Somit verstoße Google Streetview nicht gegen den Datenschutz.

Auch wenn man diese Einschätzung nicht teile und von einer Anwendbarkeit des Bundesdatenschutzgesetzes ausgehe, führe das nicht dazu, dass Street View datenschutzrechtlich unzulässig sei. Da die bei Street View genutzten Daten öffentlich zugänglich seien, müssten die Interessen der betroffenen Personen gegenüber den Interessen von Google abgewogen werden.

schreibt das IT-Magazin Golem.de.

Einspruch einlegen

Laut einem „Zugeständnis“, das Google nur in Deutschland gemacht hat, können wir die Schwärzung unserer Häuserfassaden fordern. Welt Online schreibt dazu:

Hauseigentümer und Hausbewohner können sogar darauf bestehen, dass ihre Gebäude komplett geschwärzt werden. Die Rohdaten in Deutschland will Google nach der Bearbeitung löschen. Darüber hinaus würden Bürger über das Fotografieren informiert, bevor die Autos die Straßen abführen.

Wo Google die nächsten Aufnahmen machen wird und wie Sie Widerspruch gegen die Verwendung einlegen können, erfahren Sie hier.

4 Kommentare

  • Sascha Albrink schreibt:

    Ich finde es Klasse, dass man auch mal positives über den Google Dienst Streetview berichtet. Sicherlich gibt es auch noch andere Anwendungsbeipiele für die dieser Dienst nützlich sein kann.

  • Kellermann schreibt:

    Was soll a einer sache legal sein, die potentiellen Kriminellen den Jonb erleichert?

  • Bassing schreibt:

    Google hat für mich schon genug Monopol auf dem Datenmarkt. Wenn Sie mit ihrer Google Street View – Aktion in Deutschland durchkommen, habe ich ernsthaft Angst vor Stalkern! Grüße

  • Heinz schreibt:

    In meiner Gegend haben die Gaunerzinken zugenommen. Ich habe daher den Eindruck, daß Google den Geheimdiensten und Kriminellen zuarbeitet und diese auch den größten Nutzen haben.