Internet Passport und Zulassung bitte

20.10.2009 08:12 Uhr
Internet Passport und Zulassung bitte

Schuld an allem Übel im Bereich Computer- und Internet-Sicherheit ist einzig und alleine die Anonymität. Ohne die Anonymität des Internets, gäbe es auch keine Probleme mit Viren, Trojanern, Würmern oder Betrug. Der Grund ist einfach: Das Internet wurde ursprünglich für das U.S. Militär und amerikanische Wissenschaftler entwickelt. Jetzt, da es die breite Masse verwendet, muss umgedacht werden. Es darf keine Anonymität geben. Jeder Nutzer muss sich mit einem Internet Passport ausweisen können, um jederzeit zweifelsfrei identifiziert werden zu können.

Klingt nach Science-Fiction

Was zuerst klingt, wie aus einem Science-Fiction Film über einen Überwachungsstaat (ich muss dabei an den Film Equilibrium denken), sind die Aussagen eines renommierten Sicherheitsexperten. So fordert Eugene Kaspersky, CEO von Kaspersky, in einem Interview mit ZDNet Asia, die Abschaffung der Anonymität im Internet. Auf die Frage, welche drei IT-relevanten Dinge er auf dieser Welt ändern würde, antwortet er:

„Internet design–that’s enough.“

Auf deutsch: „Die Internet Architektur – das reicht aus“. In seinen weiteren Ausführungen erklärt Eugene Kaspersky, dass jeder Internetnutzer einen Internet-Ausweis erhalten müsse, der ihn eindeutig identifiziert – ähnlich dem Führerschein. Die Einhaltung von neu einzuführenden internationalen Abkommen über die Internetstandards, müsse dann eine Internet Interpol sicherstellen.

Länder, die sich diesen Internetstandards nicht unterwerfen, sollen aus dem Internet ausgeschlossen werden.

Schnellschuss ohne Fundament

Viel weiter ins Detail ging das Interview nicht. So bleibt z.B. die Frage offen, wie sich Kaspersky diesen Internet Passport vorstellt. Vielleicht geht auf einmal ein Blaulicht an und es öffnet sich ein kleines Fenster, in dem dann steht: „Ihren Internet Passport und die Zulassung bitte“

Im Endeffekt ist das natürlich kompletter Blödsinn. Die Kriminalität würde auch damit nicht gestoppt werden. Kriminelle würden sich Strategien ausdenken, um z.B. diese Internet Passports zu fälschen. Zusätzlich würden sich neue Gefahren bilden – vor allem durch den Verlust jeglicher Privatsphäre. Matt Zimmerman, Jurist der Electronic Frontier Foundation (EFF) sagt dazu: „Aber wir sind auch davon überzeugt, dass die Privatsphäre wichtig genug ist, um gegen solche Auswüchse geschützt zu werden.“.

2 Kommentare

  • Rapateer schreibt:

    totale überwachung?
    das kling für mich nach stasi-metoden!
    am besten jeden einen chip einpflanzen, dann ist die persönliche freiheit futsch, aber es wird nie wieder verbrechen geben.
    alle werden totalüberwacht.
    jeder müsste sich seine lieder, die er will kaufen, die musikindusttrie wird doppelt so reich (4 statt nur 2 privatinseln) und wir könnten nicht mehr in dem ausmaß musik hören, wie wir es jetzt tun.
    tschüss freiheit? nicht mit mir!

  • Dennis schreibt:

    Hallo Rapateer,

    das wäre in der Tat fatal. Kaspersky hat das auch eingesehen und einige Tage später seine Aussagen korrigiert. Ich habe in „Kaspersky um Richtigstellung bemüht“ darüber geschrieben.