Anonym surfen mit Proxomitron

15.09.2005 15:25 Uhr

Einleitend möchte ich eines betonen: Anonymität im Internet ist nicht, wie von vielen Hilfsprogramm-Herstellern immer wieder behauptet, ein rein technisches Thema, das sich durch den Einsatz der richtigen Filterkombination erledigen ließe.
Mit Hilfe von Filterprogrammen lassen sich Techniken zur automatischen Überwachung und Verfolgung von Benutzern mehr oder weniger gut blockieren und stören. Aber kein Programm kann verhindern, dass Benutzer sich selbst zu Opfern machen, indem sie Daten preisgeben, ihr System durch Viren und Trojaner infizieren lassen, „kostenlose“ (werbefinanzierte) Software installieren, die im Hintergrund Daten verschickt, oder einfach nur bekanntermaßen unsichere Programme benutzen, nur weil deren Hersteller so bekannt ist.

Die Realität

Derzeit hat sich noch keine Technik durchgesetzt, die es ermöglichen würde, jeden Benutzer sicher zu identifizieren und damit bequem über einen größeren Zeitraum zu verfolgen. Intels Idee mit der Prozessor-ID war ein Reinfall, Microsofts Passport ist derzeit kaum mehr als eine Wunschvorstellung.

Was bleibt also?

Die Datensammler müssen nehmen, was sie kriegen können.
Aus diesem Grund werden riesige Datenbestände aus unzähligen kleinen Informationsbruchstücken miteinander abgeglichen, um den Wünschen und der Persönlichkeit des Benutzers auf die Spur zu kommen.
Was in der Presse als Rasterfahndung noch heiß diskutiert wird, ist in der Internet-Werbebranche längst Realität.

Warum ein falscher Name nicht anonym macht

Wenn ein Benutzer sich im WWW bewegt, wird oft ein Profil von ihm erstellt. Sein Name ist zu diesem Zeitpunkt völlig unwichtig, er bekommt einfach eine Nummer zugewiesen. Mit jeder Information, die über ihn bekannt wird, vervollständigt sich das namenlose Personenprofil.

Irgendwann passiert es dann: Der Benutzer, der vorher Monate lang nichts über sich preisgegeben hat, meldet sich bei einem Gewinnspiel an, gibt seinen Namen und seine Adresse ein und innerhalb weniger Sekunden werden tausende von Datenbankeinträgen, die vorher nur eine Kennnummer hatten, mit seinem Namen verknüpft.

Es muss natürlich kein Gewinnspiel sein. Es gibt unzählige Lockangebote und unseriöse Website-Betreiber, die nach Herzenslust Daten und Adressen sammeln, um diese dann an die gierig wartende Kundschaft zu verkaufen.

Erfahren Sie in Teil 2 mehr über die Verfolgungstechniken, mit denen Werbefirmen ahnungslosen Internetnutzern auf der Spur bleiben.