SPAM-Mails vermeiden durch geschickte E-Mail-Weiterleitungen

10.01.2011 11:38 Uhr4 Kommentare
Anti-Spam Methoden

Bild: interllectual, 2006

In meiner kleinen Serie zur Vermeidung von Spam-Mails stellte ich Ihnen u.a. 5 einfache Methoden vor, wie Sie SPAM vermeiden können.  Zu diesem Artikel erhielt ich nun von Andi Fischer einen hervorragenden Kommentar. Dabei stellt er seine Methode vor, mit der er Spam-Mails erfolgreich vermeidet. Diese Methode gefällt mir so gut, dass ich sie Ihnen hier in einem eigenen Artikel nahelegen möchte.

Ich habe dazu den Kommentar von Herrn Fischer kopiert.

Vielen Dank für Deine Anleitungen. Den Punkt 2, “Legen Sie sich eine extra E-Mail-Adresse an” habe ich für mich wie folgt weiter entwickelt. Ich habe damit nach Jahren endlich wieder die Kontrolle erlangt, was ich empfange will und bin inzwischen nahezu frei von Spam-E-Mails: Keine 200 am Tag, keine 200 im Monat, keine 200 im Jahr und das OHNE Filter. Wichtig ist, den eigenen Bedarf zu bestimmen und die Methodik gegebenenfalls anzupassen:

Ich nutze drei Postfächer. Dies ist mit eigener Domain sehr einfach, doch mit ähnlichem Organisationsaufwand sicher auch mittels Free-Mailern möglich.

  1. Das erste Postfach ist für meine persönliche Kommunikation. Dieses Postfach nutze ich als Absender. Die Adresse nenne ich ansonsten ausschließlich auf Drucksachen [1] oder verberge sie sorgfältig [2], wo immer sie im WWW genannt werden soll.
  2. Das zweite Postfach ist für den Empfang von allen möglichen Newslettern, Bestellbestätigungen oder auch als Absender für gewöhnliche Online-Formulare (wie z.B. bei diesem Eintrag hier) (Anm.: Damit meint Herr Fischer das Kommentarformular, in das er diesen Text eingab).
    Als Adresse kombiniere ich hier die vorherige Adresse mit einer Nummer, also z.B. fischer2011@server.tld. Die Nummer muss nicht zwingend eine Jahreszahl sein (selbst Buchstabenkombinationen sind hilfreich), doch es ermöglicht mir nachzuvollziehen, seit wann ich diese Adresse verwende.
  3. Im dritten Postfach empfange ich solche Post, die an eine von mir zukünftig nicht mehr zu verwendende Empfangsadresse gerichtet ist. Mit der eigenen Domain leite ich die Adresse des zweiten Postfaches also beispielsweise nach Ablauf eines Jahres ins dritte Postfach um. (Ohne eigene Domain ließe sich das zweite auch zum konzeptionell dritten Postfach machen. Ich würde also ein neues zweites Postfach eröffnen und das zweite zum dritten erklären.)

Das weitere Vorgehen ist, dass ich etwa einmal im Jahr für das zweite Postfach eine neue Adresse als Absender für Bestellungen verwende und bei Newslettern, die ich weiter erhalten möchte, die Adresse entsprechend aktualisiere. Alles was dann noch übrig bleibt, geht weiter im dritten Postfach ein, damit ich nach und nach umstellen kann, was mir im Folgenden verloren gehen würde. So habe ich das erste und zweite Postfach nahezu frei von Spam. Spätestens wenn ich das zweite Postfach das nächste mal erneuere, schalte ich das dritte Postfach ab: Spam adieu!

All das ist einiger organisatorischer Aufwand, an den man sich sicherlich gewöhnen muss. Doch ich kann mit Bestimmtheit sagen, dass es sich lohnt! Spam-Filter verwende ich schon lange nicht mehr, und so erlebe ich es auch nicht mehr, dass ich eine Email nicht bekomme, die mir mein Filter fälschlicherweise ausgesiebt hätte.

Sollte ein Provider ein solches Verfahren in seinen Dienst integrieren wollen, bringe ich meine Erfahrung gerne in die Entwicklung ein.

Herzliche Grüße,
Andi Fischer

[1] Betreffend Drucksachen möchte ich noch darauf hinweisen, dass solche z.B. unter Verwendung von PDF-Dokumenten durchaus auch im Internet für Crawler auffindbar sind. Das kann eine Diplomarbeit sein oder auch ein öffentlich gezeigter Briefkopf. Hier verwende ich anstelle des @-Zeichens darum vorsorglich eine Grafik oder schreibe z.B. “[AT]” statt @, denn der Leser tippt die Adresse im Zweifel ja sowieso ab. (Letzteres ist sogar barrierefrei, da z.B. Gehörlosen dies auch vorgelesen wird und diese es bei Verwendung korrigieren können. Klammern oder Striche sind hier hilfreich, damit es nicht unbemerkt als @-Zeichen vorgelesen wird. Ist das PDF sowiese nicht barrierefrei, ist die Grafik jedoch sicher die bessere Wahl.)

[2] Zum “Verstecken” von Adressen hast Du bereits eine Form erklärt. Neben weiteren Möglichkeiten gibt es inzwischen Dienste wie http://recapcha.com, die die Barriere für Crawler weiter erhöhen.

Wie Herr Fischer betont, ist dies mit einer eigenen Domain leichter realisierbar, aber auch mit kostenloses E-Mail-Anbietern machbar. Der Knackpunkt ist in meinen Augen, dass Sie dabei Ihr erstes Postfach schützen müssen und nur an wirklich vertrauliche Quellen und persönliche Kontakte weitergeben. Wie auch Herr Fischer, müssen Sie dieses erste Postfach im Internet möglichst gut verbergen.

Ich bin sehr froh über diesen Kommentar und hoffe, dass er Ihnen weiterhilft. Vielleicht probieren Sie die Methode demnächst mal aus?
Vielen Dank Andreas!

Wenn Sie mehr über Spam erfahren möchten, finden Sie hier noch eine Übersicht zu den Grundlagen von Spam-Mails.

Kategorien:
Spam, Tipps

4 Kommentare

  • Andi Fischer schreibt:

    Vielen Dank Dennis. Ich freue mich über Erfahrungsberichte und Rückmeldungen, welcher Art sie auch sein mögen.

  • Kurfürst Friedrich Christian schreibt:

    Zu erwähnen wäre noch der Dienst dot.tk, auf dem man sich kostenlos bis zu 250 E-Mail-Adressen einrichten kann, die alle zur Weiterleitung bestimmt sind. So kann man sich bei mehreren Diensten im Netz registrieren ohne (eine) seine(r) E-Mail-Adresse Preis zu geben. Und wenn ein Dienst zu viel Werbung verschickt, löscht man einfach die E-Mail-Adresse, die man für die Benutzung dieses Dienstes erstellt hat.

  • Edelreiter schreibt:

    Vielen Dank für diese nützlichen Hinweise – denke schon länger über diese Zweibeltechnik nach. Blöd ist, daß bei den meisten Providern die Syntax der Passwörter so verschieden ist, dass man bei der Verwaltung der mail-acoounts ins Schleudern gerät.

    Aber noch ein Hinweis scheint mir nützlich: wie oft schicken >FreundeVereineElternsprecherHelfer< ihre Rundmails an alle Emfpänger mit offnene Mailadressen. Hierfür steht das Bcc:-Feld zur Verfügung, das aber nur dann im Mailprogramm gesehen wird, wenn es auch aktiviert ist. Die meisten wissen davon nix und reagieren komisch, wenn man sie bittet, die eigene Mailadresse möglichst verdeckt zu verschicken. Hier wäre mal Aufklärung sinnnvoll um den Spam-Versand auch aus diesen Quellen zu reduzieren.

  • Andi Fischer schreibt:

    Ich danke Euch fuer alle Kommentare. http://dot.dk habe ich mir angeschaut, da ich grad‘ nach einer Alternative Ausschau halte. Gestolpert bin ich über die Regelung, dass der Gratis-Account geknüpft ist an die Bedingung innerhalb von jeweils 90 Tagen 25 Webseitenbesucher haben zu müssen. Ich will nicht abschließend urteilen, doch es erscheint mir als ein hinderliches Geschäftsmodell.

    Ich nutze bisher http://www.sxipper.com/faq#sectionDisposable Seit einigen Wochen kann ich leider keine neuen Email-Adressen mer anfordern; es wird mir ein Verbindungsproblem zum Server suggeriert. Die bestehenden Weiterleitungen funktionieren jedoch bislang zu aller Zufriedenheit.

    Mit dem Hinweis auf dot.dk habe ich mich erinnert an http://de.vu Jene ermöglichen ebenfalls die Einrichtung von Emailadressen. Ob dot.dk und de.vu jedoch den Komfort bieten, den Sxipper geboten hat, mag ich bezweifeln. Einen wirksamen Schutz vor vorschneller Adress-Herausgabe mögen jedoch alle drei bieten können. (Alle Angaben natürlich ohne Gewähr.)

    Wer Gratis-Dienste nutzt, dem möchte ich bei dieser Gelegenheit noch einen Mentoring-Call empfehlen, der wertvolle Tips zur Datensicherung gibt; denn was gratis ist, kann jederzeit auch sehr leicht ins Stocken geraten (siehe oben) oder verschwinden; Bezahldienste sind dennoch nicht immer eine Alternative, denn es kommt IMMER darauf an, wie man die Technik benutzt. Leider kann ich dies nur in englischer Sprache anbieten, doch das macht es nicht minder wertvoll:
    Gmail Warning & Internet Security
    http://tinyurl.com/4mpcaxf
    On this call Richard Dennis reads from this website:
    http://www.jonasblog.com/2011/02/my-gmail-account-got-deleted.html
    And here is what the author of this webpage has learned about Gmail:
    http://www.jonasblog.com/2011/02/how-to-successfully-recover-a-disabled-gmail-account.html

    Ich hoffe es ist etwas nützliches für Dich dabei. Für Fragen oder weitere Anregungen bin ich gerne jederzeit erreichbar.