Warnung: Abzocke mit gefälschten Shops für Möbel

29.12.2009 13:32 Uhr1 Kommentar

Zur Zeit sind einige Spam-E-Mails im Umlauf, die Sie auf gefälschte Online-Shops locken wollen. Bei den beworbenen Online-Shops handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen Betrugsversuch.

Der Ablauf ist sehr simpel: Sie finden ein konkurrenzlos günstiges Angebot, das Sie bestellen können. Die Ware müssen Sie vorab bezahlen. Allerdings werden Sie die bestellte und bezahlte Ware niemals erhalten. Da die Betreiber in den wenigsten Fällen ausfindig gemacht werden können, ist Ihr Geld verloren.

Ich werde Ihnen hier den genauen Ablauf beschreiben, damit Sie sich selbst schützen können.

Die Spam-E-Mails

Hier sind drei Beispiel-E-Mails, damit Sie sich ein genaues Bild davon machen können:

#1 „Richtig Billig“ von „Wieland“

Achtung:

Barhocker und Stehhilfen f. Privat und Office in bester Qualitaet!!!

Gewerblich nutzbar!

http://www.nobelbarmoebelonline.com

Messestand, Partykeller, Kantine, Bar usw.
Unverzichtbar! Auch ideal als Stehhilfe geeignet.

Auch einsetzbar fuer Gartenparties, Grillevents aber auch
fuer den Innengebrauch bei Hausparties, etc…

Mit freundlichem Gruss,

Ihr Spezialist f. die wichtigen Dinge des Lebens

Beendigung von Info?
mailstopping@inbox.ru

#2 „Das richtige Betriebsklima“ von „Gelbrich“

ANGEBOT DES MONATS:

http://www.deluxechefsesselonline.com

Beachten Sie unser Angebot! Chefsessel bis zu achtzig Prozent unter
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Kauf ohne Risiko.

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#3 „Kurz mal das Angebot ansehen“ von „Ditsch“

Achtung:

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Gewerblich nutzbar!

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Messestand, Partykeller, Kantine, Bar usw.
Unverzichtbar! Auch ideal als Stehhilfe geeignet.

Auch einsetzbar fuer Gartenparties, Grillevents aber auch
fuer den Innengebrauch bei Hausparties, etc…

Mit freundlichem Gruss,

Ihr Spezialist f. die wichtigen Dinge des Lebens

Beendigung von Info?
mailstopping@inbox.ru

Mit diesen Spam-E-Mails sollen Sie auf die Webseiten der Betreiber gelockt werden.

Die gefälschten Online-Shops

Die Shops selbst sehen sich sehr ähnlich. Hier sehen Sie zwei der Shops, die ich gefunden habe:

Barmöbel-Shop eines Abzockers
Die Startseite des Abzock-Online-Shops nobelbarmoebelonline.com.

Chefsessel-Shop eines Abzockers
Die Startseite des Abzock-Online-Shops deluxechefsesselonline.com.

Damit Sie die Webseite nicht besuchen müssen, beschreibe ich Ihnen hier kurz den Inhalt, der sich hinter dem Menü auf der linken Seite verbirgt:

  • Bestellung: Hier finden Sie ein schlecht bedienbares Bestellformular.
  • Über uns: Hier finden Sie keine Namen, keine Postadresse, keinen Firmennamen und auch sonst nichts, was einer seriösen „Über uns“-Seite gleicht.
  • Angebote: Hier finden Sie nur den Text: „Weitere Angebote? Wir bemühen uns, unser Angebot ständig zu erweitern. Durch unseren täglichen Speditionsversand sparen Sie Zeit und Geld. Wir liefern zu unfassbar niedrigen Speditionskosten von nur 8,- Euro / Stuhl“.
  • Kontakt: Hier findet sich nun der Name „Mark Grieser“, eine Faxnummer, die in die Niederlande führt und eine deutsche Mobilfunknummer. Die Mobilfunknummer ist höchstwahrscheinlich nicht zurückverfolgbar und eventuell auch gar nicht erreichbar. Nach einem Firmenname, der Steuernummer, Adresse oder Ähnlichem sucht man hier vergeblich.
  • Jobangebote: Hier wird es ganz kurios. Es werden Webdesigner, Außendienstmitarbeiter und Forenadministratoren gesucht. Der Einsatzort ist angeblich in Belgien, nahe der deutschen Grenze. Zur Kontaktaufnahme wird eine E-Mail-Adresse bei einem kostenlosen E-Mail-Dienst angeboten.
  • Handel: Hier werden Partner gesucht, die von „enormen Gewinnspannen“ profitieren sollen. Auch hier wird den zukünftigen Geschäftspartnern eine E-Mail-Adresse bei einem kostenlosen E-Mail-Dienst angeboten.

Alles in allem bestechen die Shops des Abzockers durch mangelnde Informationen und Widersprüche bezüglich des Standorts (niederländische Faxnummer, Jobs in Belgien, deutsche Mobilfunknummer und keine offizielle Anschrift).

Die Hintermänner

An die Hintermänner ist, wie bei jeder Abzocke, kaum heranzukommen.

Normalerweise wird ein Domain-Name auf eine Person oder eine Firma registriert. Diese Registrierungsinformationen können öffentlich abgerufen werden, um den Betreiber ausfindig machen zu können.

Kriminelle nutzen hier oft Briefkastenfirmen oder V-Männer, die im Ausland sitzen. Im Falle der Möbel-Abzocke ist der Domain-Besitzer ein xiang-li-paho Yu, der in Kanpur, Indien wohnt. Höchstwahrscheinlich existiert die angegebene Adresse nicht.

Wenn Sie nun in einem solchen Online-Shop bestellen und Ihre Ware per Vorkasse bezahlen, haben Sie keine Möglichkeit, wieder an Ihr Geld zu kommen. Falls es Herrn xiang-li-paho Yu wirklich gibt, wird er Ihre E-Mail nicht beantworten.

Wie Sie sich schützen

  1. Prinzipiell sollten Sie immer nach einem Impressum Ausschau halten. Existiert kein Impressum, sollten Sie niemals bestellen – das Risiko ist zu hoch.
    Existiert ein Impressum, geben Sie den Firmennamen bei einer Suchmaschine ein und durchforsten Sie die ersten Ergebnisseiten. Geben Sie auch den Domainnamen oder die Adresse, die in Ihrem Browser steht, bei einer Suchmaschine ein. Stehen bereits auf den ersten Ergebnisseiten negative Berichte und Warnhinweise, sollten Sie keinesfalls bestellen.
  2. Überprüfen Sie sicherheitshalber auch, wem die Domain gehört. In diesem Fall ist der Besitzer ein xiang-lu-paho Yu aus Indien. Auf Anonym-surfen.com finden Sie ein Online-Tool für Ihre Recherche: Domain-Besitzer überprüfen.
  3. Im Zweifelsfall sollten Sie sich nicht von Angeboten ködern lassen. Und wenn die Angaben der Betreiber auch noch unvollständig, widersprüchlich oder auch nur befremdlich auf Sie wirken, sollten Sie keine Formulare ausfüllen und schon gar keine Zahlungen vornehmen.

Ein Kommentar

  • Martin Majer schreibt:

    Danke für die kurze und präzise Info. Sehr hilfreich!