Wie Sie richtig mit Abofallen umgehen

21.06.2010 18:25 Uhr1 Kommentar

Sie haben garantiert schon von Abofallen gehört. Bei Abofallen werden haltlose Rechnungen ausgestellt, die ahnungslose Internetnutzer Geld abknöpfen. Meist werden die Rechnungen der Abofallen mit der fiesen Drohung eines Schufa-Eintrags und eines Gerichtsverfahrens untermalt. Ähnlich wie bei Scareware, versuchen die Drahtzieher Sie damit in Panik zu versetzen. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass mehr Empfänger den geforderten Betrag überweisen.

Die Beträge sind dabei meist im Bereich 60 bis 100 Euro. Leider zahlen viel zu viele Empfänger diese Beträge, bevor sie sich auf die angedrohten Folgen einlassen. Das Geschäft mit dieser Abzocke boomt und macht die Hintermänner reich.

2 Arten von Abofalle

Es gibt 2 Arten von Abofallen:

  1. Die Abofalle bei der Sie sich selbst auf einer Webseite registrieren. Webseiten bieten kostenlose Software, Rezepte, Strickmuster oder sogar Lösungen für Hausaufgaben an. Die Registrierung scheint kostenlos. Eine rechtswidrige Kostennote versteckt sich jedoch entweder im Kleingedruckten oder ist gar nicht vorhanden und wird der Seite erst nachträglich hinzugefügt.
    So oder so erhalten Sie bald eine entsprechende Rechnung.
  2. Die zweite Masche funktioniert ohne Anmeldung. Hier werden Rechnungen wahllos an E-Mail-Adressen versendet. Wie bei üblichem SPAM, setzen auch hier die Drahtzieher auf Masse. In den so versandten Rechnungen finden Sie i.d.R. nichtmal Ihren Namen – dafür viele Drohungen. Vielleicht erinnern Sie sich noch an den Fall von Konrad S. oder den Hund, der angeblich eine kostenpflichtige Webseite besuchte? Das sind vergleichbare Fälle.

(Sehr) eng gesehen wird letztere Masche nur bedingt als Abofalle gesehen. Aber im Endeffekt ist beides die gleiche fiese Masche: Die Opfer erhalten eine haltlose Rechnung – garniert mit vielen Drohungen.

Wie Sie richtig mit Abofallen umgehen

Einfacher kann es fast nicht sein:

Zahlen Sie nicht!

Bleiben Sie stur!

Lassen Sie sich nicht von Inkasso- oder Anwaltsbriefen unter Druck setzen!

Sie sagen jetzt vielleicht: „Ja, das sagen Sie auf Ihrer Webseite“. Und ja, es auf meiner Webseite zu lesen mag wenig trösten, da dies keine Rechtsberatung o.ä. ist. Aber wie wäre es, wenn Sie das von einer Verbraucherzentrale hören würden? Falls Ihnen das mehr Sicherheit verleiht:

Abofallen im Internet!

Also falls Sie mir (oder Caschy, bei dem ich den Link entdeckte) nicht glauben, glauben Sie bitte der Verbraucherzentrale Hamburg und zahlen Sie auf gar keinen Fall! Erst wenn diese Masche nicht mehr rentabel ist, wird es aufhören.

Übrigens: Eine Liste mit über 250 Abzock-Seiten finden Sie auch in den Seiten der VZ Hamburg.

Ein Kommentar

  • Küsel, Wolf H. schreibt:

    Also, ich kann das nur unterstützen, was gegen unberechtigt erhobene Rechnungen, Drohbriefe, Anwaltsschreiben zu tun ist: Bitte nicht auf diese Briefe bzw. Rechnungen/Drohschreiben direkt reagieren oder sogar bezahlen.
    Ich hatte mich hier in Magdeburg an die Verbraucherzentrale gewandt und für einen kleinen Betrag von 4-5 Euro eine prima Beratung bekommen – und – die auch voll ihre Wirkung erzielt hatte. Vorausgegangen waren auch per Mail eingegangene Rechnungen bzw. dann Mahnungen oder sogar Schreiben von einem Anwaltsbüro.
    Ich hatte daraufhin nur die Empfehlungen der Verbraucherzentrale in die Tat umgesetzt und schon haben mich die Abzocker in Ruhe gelassen.
    Wichtig ist: NICHT BEZAHLEN, denn das würde einem eigenen Schuldeingeständnis gleich kommen und diese „Abzockfirmen“ nur noch unterstützen bzw. ihnen in ihrer Handhabe sogar noch recht geben.

    Mit Gruß, W. Küsel