Wie Spammer an Ihre E-Mail-Adresse kommen

16.11.2009 08:20 Uhr

SPAMHaben Sie sich auch schon gefragt, woher professionelle Spammer eigentlich Ihre E-Mail-Adresse kennen? Bekanntlich versenden diese Spammer nicht nur mehrere Hundert, sondern gleich Hunderttausende oder sogar Millionen von E-Mails.

Immerhin macht das Spam-Volumen heute bereits über 90% des E-Mail-Verkehrs aus.

Nochmal: 9 von 10 E-Mails die heute gesendet werden, sind Spam-Mails. Unglaublich, finden Sie nicht?

Um das Spam-Aufkommen im eigenen Posteingang minimieren zu können, ist es jedoch wichtig zu wissen, wie Spammer arbeiten. Woher kennen diese eigentlich Ihre E-Mail-Adresse?

  1. Sie geben sie ihnen. Klingt komisch, ist aber so. Sie haben an unzähligen Stellen im Internet die Möglichkeit, Ihre E-Mail-Adresse einzutragen. Ein Beispiel sind Gewinnspiele. Haben Sie einmal überlegt, wie diese sich finanzieren? Viele Gewinnspielbetreiber leben davon, die persönlichen Daten ihrer Teilnehmer zu verkaufen. Das bringt so viel Geld, dass der verloste Preis locker davon bezahlt werden kann.
  2. Sie veröffentlichen Ihre E-Mail. Professionelle Spammer haben sogenannte „Crawler“ im Einsatz. Ein Crawler ist ein kleines Programm, das automatisch im Internet nach Informationen sucht. Suchmaschinen nutzen beispielsweise Crawler, um interessante Webseiten zu finden.
    Spammer machen sich die gleiche Technologie zu Nutze. Nur suchen sie nicht nach interessanten Inhalten, sondern nach E-Mail-Adressen. Alle gefundenen Adressen werden in riesigen Datenbanken gespeichert. Von diesem Zeitpunkt an erhalten Sie permanent E-Mails ohne sich je wieder austragen zu können.
    Tipp: In den Online-Tools finden Sie auch ein kleines Tool, mit dem Sie E-Mail-Adressen verschlüsseln können. Das Tool verschlüsselt E-Mail-Adressen, so dass sie von Besuchern ganz normal gelesen werden kann. Viele Spam-Bots können dies jedoch nicht interpretieren. Falls Sie Ihre E-Mail-Adresse also zukünftig irgendwo veröffentlichen wollen, empfehle ich Ihnen, vorher zumindest das kleine Tool zu benutzen.
  3. Sie sind Webmaster. Ich persönlich erhalte etwa 50 Spam-Mails am Tag. Ich kenne Webmaster, die es sogar  auf 200 und mehr Spam-Mails pro Tag schaffen. Dies liegt aber nicht daran, dass wir nicht vorsichtig sind, sondern daran, dass Spammer E-Mail-Adressen erfinden.
    Beispiel: Ich betreibe Anonym-Surfen.com. Früher oder später kommt einer der angesprochenen Crawler eines Spammers vorbei und merkt sich meine Webseite: www.anonym-surfen.com.
    Ab dem Zeitpunkt, erfindet der Spammer E-Mail-Adressen und sendet seine Werbemails an die gängigen E-Mail-Adressen, die Webmaster nutzen:
    info@[webseitenname].com
    office@[webseitenname].com
    webmaster@[webseitenname].com
    mail@[webseitenname].com
    Ob es die Adressen wirklich gibt, ist ihm dabei egal. Schließlich kostet es den Spammer nichts, seine E-Mails an alle Adressen zu schicken. Und mindestens eine der vier Adressen, gibt es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit. Fast jeder Webseitenbetreiber ist über info@[webseitenname].com oder webmaster@[webseitenname].com erreichbar.

Dies sind drei gängige Wege, die Spammer nutzen, um an E-Mail-Adressen zu gelangen. Nächste Woche werde ich Ihnen zeigen, warum Spammer nicht aussterben und weiterhin sehr viel Geld verdienen. Übernächste Woche erkläre ich Ihnen dann, wie Sie mit 5 einfachen Methoden Spam-Mails vermeiden können.

Update: Der zweite Teil ist online. Sie finden ihn hier: Warum Spammer nicht aussterben.